Handfeste Berufsorientierung – Planung und Neuanlage unseres Schulteiches

Einführung

Auf dem nördlichen Schulgelände befindet sich eine große Wiese, auf der sich auch unser grünes Klassenzimmer befindet. Auf dieser Wiese haben wir den neuen Schulteich angelegt und hier wird auch rund um das grüne Klassenzimmer die Streuobstwiese angelegt.

Planung

Der Wahlpflichtkurs-Biologie der Klassen 9HS hat im Schuljahr 2014/15 mit der Planung für den neuen Schulteich begonnen. Vor der praktischen Arbeit stand erst einmal die theoretische Arbeit. Es erfolgte zuerst eine Bestandsaufnahme der Situation auf unserem Schulgelände. Zur Festlegung des Teichstandortes zogen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Kriterien heran. Sie analysierten zum Beispiel den Pflanzenbewuchs im Bereich der einzelnen möglichen Standorte, sie berechneten den Sonnenstand auf den jeweiligen Flächen zu unterschiedlichen Jahreszeiten und erörterten mögliche Sicherheitsrisiken bei den einzelnen Standorten. In Absprache mit den weiter unten genauer erläuterten Gremien legten wir den Standort auf der Wiese neben dem grünen Klassenzimmer fest. Einen ersten groben Umriss des zukünftigen Schulteiches stellten wir für das Foto dar.

In den folgenden Unterrichtseinheiten wurden alle wesentlichen Aspekte zur Vorbereitung der praktischen Arbeiten bearbeitet. Exemplarisch werden hier einige Ergebnisse der Schülerarbeiten der Unterrichtseinheiten dargestellt.

Links:

Folien und Co Teichabsicherung  
Pflanzenplanung Pflanzenplanung Streuobstwiese  
Wasserqualität und chemische Analyse    

Wir haben uns im Rahmen der Materialplanung Gedanken darüber gemacht, welche Arbeitsmaterialien wir für die Neuanlage des Teiches benötigen. Um einen Überblick über die zu erwartenden Kosten zu bekommen, haben wir in mehreren Unterrichtsgängen in Kleingruppen ortsansässige Baumärkte und Baumschulen aufgesucht. Die ermittelten Preise haben die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel in der folgenden Tabellen dokumentiert.

Materialplanung

Parallel zur Planung der Schülerinnen und Schüler fand die Absprache der Rahmenbedingungen für unser Projekt mit den Entscheidungsträgern, Beratern und finanziellen Unterstützern statt. An diesen Gesprächen beteiligt war die Stadt Cloppenburg als Schulträger, der Gemeindeunfallversicherungsverband Oldenburg, die Arbeitsagentur Vechta-Cloppenburg, die niedersächsische Landesschulbehörde, das Caritas Sozialwerk und die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wir werden bei der Planung und Durchführung beraten und unterstützt durch die Firma Garten- und Landschaftsbau Meyer-Hemmelsbühren in Cloppenburg. Vor allem die intensive  Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Firma Meyer-Hemmelsbühren war und ist für unsere Schülerinnen und Schüler während der Planungsphase , aber vor allem auch während der praktischen Umsetzung sehr förderlich. Sie bekommen Einblicke in die breit gefächerten Arbeitsbereiche von Garten- und Landschaftsgärtnern im speziellen, aber sie sammeln auch vielfältige Eindrücke vom Arbeitsleben allgemein.

Finanzierung

Die Planungsphase dauerte auf Grund der Größe des Projektes und durch die Suche nach finanziellen Unterstützern deutlich länger als ursprünglich vorgesehen.

Wir konnten in vielen Gesprächen eine Reihe von Unterstützern für unser Projekt finden. Neben der Stadt Cloppenburg beteiligen sich finanziell das Caritas Sozial Werk, die Agentur für Arbeit Cloppenburg/ Vechta, der Förderverein unserer Schule, die Schülergenossenschaft JoCo unserer Schule und nicht zuletzt die BINGO Umweltstiftung Niedersachsen an unserem Projekt und sorgen so nun für eine gesicherte Umsetzung des gesamten Vorhabens.

Eine große Herausforderung für die beteiligten Schülerinnen und Schüler war es, die unbedingt notwendige theoretische Vorarbeit zu leisten, sie wollten irgendwann einfach nur praktisch loslegen und den Teich anlegen.

Spatenstich

Im Sommer 2015 erfolgte endlich der langersehnte Spatenstich, zu dem alle, die an unserem Projekt beteiligt sind, eingeladen wurden. Neben der Presse waren auch viele Schülerinnen und Schüler mit dabei, die nicht direkt am Teich mitarbeiten.

Der zukünftige Teich wurde mit Fähnchen abgesteckt, unsere neuen Arbeitsgeräte präsentiert und die Firma Meyer-Hemmelsbühren stellte einige Baufahrzeuge bereit, mit denen Garten- und Landschaftsbauer täglich arbeiten.

Unsere Direktorin Frau Altevers begrüßte alle Gäste und überreichte allen Projektunterstützern und den Klassensprechern Sonnenblumenkerne, die anschließend gesät wurden. 

   

Anschließend überbrachten die Vertreter der Projektunterstützer Grußworte und erläuterten ihre Teilnahme am Projekt.

Dann erfolgte der offizielle Spatenstich.

Nun durften die Sonnenblumenkerne gesät werden.

Auf einer Stellwand, die die Schülerinnen und Schüler des WPK-Biologie 9HS vorbereitet hatte, wurde unser Projekt vorgestellt.

Presseartikel

Trainingstag im PARK DER GÄRTEN

Mit Unterstützung des Caritas Sozial Werks haben wir einen Trainingstag für angehende Garten- und Landschaftsbauer im PARK DER GÄRTEN in Bad Zwischenahn durchgeführt. Wir sind mit einer Gruppe besonders interessierter und engagierter Schüler an einem wirklich sehr heißen Sommertag mit Bahn und Bus zum Park der Gärten gefahren. Hier wurden wir von zwei Referentinnen aus dem Kollegium der „Schule im Grünen“ begrüßt.

Es erwartete uns ein sehr interessantes und vor allem praxis- und berufsorientiertes Fortbildungsprogramm. Die Schüler mussten das Vermessen von Wegen und Ziehen von geraden Wegen und Begrenzungen lernen und erhielten hier handlungsorientiert Einblicke in die Arbeit eines Garten- Landschaftsbauers.

Im Anschluss erfolgte eine Führung durch den im Park der Gärten angelegten Bauerngarten mit einer ausführlichen Erläuterung der Gartenplanung und Pflanzenkunde.

Die Pflanzenkenntnis mussten unsere Schüler im Anschluss bei einem Wettbewerb in Kleingruppen unter Beweis stellen. Sie mussten Pflanzennamen und Eigenschaften bestimmten heimischen Pflanzen zuordnen. Hier zählten Schnelligkeit und Konzentration gleichermaßen.

 

Zur Belohnung gab es kühle Getränke, kleine Snacks und ein heißersehntes Eis zur Abkühlung.

Bei der anschließenden Führung durch den Arbeitsbereich der Garten- und Landschaftsbauer des Parks erhielten wir Einblicke in die konkrete Arbeit und einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Parks. Spannend für unsere Schüler war vor allem auch, dass wir während der Führung angehende Gärtner bei ihren Abschlussprüfungen beobachten durften. Sie legten kleine sogenannte Prüfungsgärten an und mussten ihre Arbeit und auch die zugehörige Planung vorstellen.

Zum Abschluss eines sehr informativen und kurzweiligen Tags durften die Schüler den Park mit all seinen Besonderheiten noch auf eigene Faust erkunden. Müde, erschöpft und sehr gut weitergebildet traten wir am frühen Abend den Heimweg mit Bus und Bahn an.

 

Praktische Phase

Nach monatelanger Vorbereitung war es im Spätsommer endlich soweit und wir konnten mit der praktischen Arbeit beginnen. An der praktischen Arbeit am Teich sind die Wahlpflichtkurse Biologie 9HS und 10HS und die Arbeitsgruppe Schulbiotop aus dem Ganztagsangebot beteiligt. Eine der wesentlichen Vorgaben des Gemeindeunfallversicherungsverbandes Oldenburg war es, dass wir den Bereich rund um den Schulteich aus versicherungstechnischen Gründen umzäunen, bevor wir mit dem Aushub des Teiches beginnen. In Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Firma Meyer-Hemmelsbühren erstellten wir einen 1,80m hohen Doppelstab-Stahlmatten-Zaun mit einem 2,50m breiten zweiflügeligen Zugangs-/ Zufahrtstor. Die Pfosten des Zaunes wurden gesetzt  und die Doppelstab-Stahlmatten wurden verschraubt.

Im Anschluss konnten wir nun endlich mit dem Aushub des Teichfundaments beginnen und standen nach wenigen Stunden vor dem Problem, dass der Untergrund, anders als es zuvor durchgeführte Probegrabungen vermuten ließen, sehr stark verdichtet war. Wir kamen also mit unserer Muskelkraft nicht zum gewünschten Erfolg. Wir baten die Firma Meyer-Hemmelsbühren darum, den Aushub des Teichfundaments mit Hilfe von schwerem Gerät durchzuführen. Leider konnten wir unseren Schülerinnen und Schülern aus versicherungstechnischen Gründen die Mitarbeit hierbei nicht erlauben.

Wie vereinbart wurde der Aushub durch die Firma Meyer-Hemmelsbühren abtransportiert, da wir für diese Erdmassen keine weitere Verwendung hatten. 

Nachdem das Teichfundament grob ausgehoben war, machten wir uns mit Schaufel und Spaten an die Fein-Ausgestaltung. Hierbei erstellten wir die unterschiedlichen Gefälle und Ebenen.

Aus ökologischen Gründen wählten wir zum Abdichten des Teiches Lehm als Baumaterial. Der Lehm ist ein natürlich vorkommender Baustoff mit Vor- und Nachteilen, die uns nach ausgiebiger Recherche durchaus bewusst sind. Der größte Vorteil von Lehm als Abdichtung des Teiches ist die Umweltverträglichkeit, die bei unserem Projekt im Vordergrund steht. Der Lehm muss in entsprechender Stärke von 30-50cm auf das ursprüngliche Teichfundament aufgebracht und anschließend sehr gut verdichtet werden. Nachteilig ist zu bemerken, dass die Lehmschicht nicht 100% wasserdicht ist und sogar selbst etwas Wasser zieht. Ein weiterer Nachteil ist, und das haben wir bei der körperlich sehr anstrengenden Arbeit feststellen dürfen, dass es sich um ein sehr kompaktes und damit auch sehr schweres Material handelt. Der Lehm wurde von der Firma Meyer-Hemmelsbühren angeliefert und in die Teichgrube gekippt. Unsere Aufgabe bestand nun darin, diesen Lehm möglichst gleichmäßig auf dem Teichfundament zu verteilen und immer wieder durch unser eigenes Körpergewicht zu verdichten. Immer wieder überprüften wir mit dem Zollstock, ob wir die benötigte Schichtdicke aufgebracht hatten. Die Arbeiten waren sehr zeitaufwendig und körperlich anstrengend. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler waren jedoch mit viel Tatendrang und Enthusiasmus dabei und haben auch bei schlechter werdenden Witterungsbedingungen fleißig weiter mitgearbeitet.

Wir haben durch unser Körpergewicht die Lehmschichten vor-verdichtet. Die eigentliche Verdichtung erfolgte mittels einer Rüttelplatte durch Mitarbeiter der Firma Meyer-Hemmelsbühren. Diese Arbeiten wurden, um den normalen Unterrichtsbetrieb durch den Maschinenlärm nicht zu stören, währen der unterrichtsfreien Zeit durchgeführt.

Während der Planungsphase hatten wir uns für zwei unterschiedlich große Holzstege entschieden. Die Holzstege sollen dazu dienen, dass Arbeitsgruppen zum Beispiel problemlos Wasserproben aus dem Teich entnehmen können. Auch als Beobachtungsposten direkt über der Wasseroberfläche sollen die Stege in Zukunft dienen.

Nachdem die Lehmschicht verdichtet war, wurden die beiden Holzstegunterkonstruktionen gebaut. Hierzu wurden jeweils mehrere Hartholzpfosten in den Boden getrieben und durch Querbalken miteinander verbunden. Auf diesen Querbalken werden zu einem späteren Zeitpunkt die eigentlichen Holzplanken der Stege von uns verschraubt.

Würden wir die eingebrachte Lehmschicht unbedeckt lassen, würden sich über lange Zeit feine Lehmpartikel im Wasser lösen und wir hätten immer ein sehr trübes Gewässer, in dem Beobachtungen nur schwer möglich wären. Deshalb haben wir nach Fertigstellung der Lehmschicht ein ungefähr 10-15cm dicke Sandschicht aufgebracht. Hierzu lieferte uns die Firma Meyer-Hemmelsbühren den Sand.

Mit Hilfe unserer Schubkarren transportierten wir den Sand in die Teichgrube und harkten den Sand anschließend glatt.

Unter dem großen Steg legten wir auf der Uferseite eine Grube an, die komplett mit Sand verfüllt wurde. Diese Grube soll als Überlaufbecken bei zu hohem Wasserstand, zum Beispiel durch starken Regen, dienen.

 

Nachdem wir die Lehmschicht komplett mit einer 10-15cm dicken mit Sandschicht abgedeckt hatten ließen wir über zwei Gartenschläuche zum ersten mal Wasser in den Teich einlaufen.

   

Kurz vor den Weihnachtsferien war der Teich zum ersten mal vollständig gefüllt. Nach den Weihnachtsferien mussten wir feststellen, dass der Wasserstand leider nur noch bis auf die Höhe der ersten Stegpfosten reichte.

Das der Teich, gerade in der ersten Zeit, Wasser verlieren wird ist bauartbedingt völlig normal und war uns im Vorfeld klar. Die Situation nach den Weihnachtsferien zeigte aber, dass die eingebrachte Lehmschicht nicht ausreicht und auch nachträglich nicht stärker zu verdichten war. Wir mussten deshalb in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Firma Meyer-Hemmelsbühren eine Teichfolie als wasserdichte Schicht in den Teich einbringen und den Uferbereich des Teiches neu gestalten.

 

 
 
 

Nachdem wir die Uferzone ausgestaltet haben wurden zum Abdecken der Folie im Randbereich Steine ausgelegt.

 

 
 

Die Uferzone besteht jetzt aus einem Steinwall und der ca. 15cm dicken Sandschicht. In diese Sumpfzone haben wir die Pflanzen eingesetzt.

   

Die folgenden Pflanzenarten haben wir gepflanzt.

Das Einsetzen der Seerosen in der Mitte des Teiches bildete den Abschluss der Pflanzaktion.

 

 

Während der letzten Wochen wurden auch die Bretter für die beiden Stege imprägniert und sollen in den kommenden Tagen in Zusammenarbeit mit den Schülern des WPK-Werken von Herrn Wider verschraubt werden.

 

 

Die Gruppe WPK-Technik unter der Leitung von Herrn Wider hat im laufenden Schulhalbjahr Modellboote gebaut. Ein Schüler hat sogar eine Fernsteuerung installiert. Bei der ersten Probefahrt auf unserem neuen Teich wurden die Fahreigenschaften und vor allem die Steuerungsbefehle getestet.

 

 

Die alte Rasenfläche rund um unseren Teich ist durch die Bauarbeiten der letzten Monate sehr stark zerstört worden. Wir haben den Rasen neu eingesät und müssen nun dafür sorgen, dass er immer feucht gehalten wird und die Rasensamen gut keimen können.

 

Ausblick

In den nächsten Wochen müssen wir dafür sorgen, dass nicht zu viel Laub in den Teich geweht wird und keschern deshalb regelmäßig die Wasseroberfläche ab. Wir werden die Betonpfosten der Stege mit Bruchsteinen abdecken und in den kommenden Tagen sollen die im Wahlpflichtkurs Gestaltendes Werken von Herrn Alberding angefertigten Tonköpfe auf das im Teich eingebaute Metallgestell montiert werden.

Sobald die Arbeit weiter geht, werden wir an dieser Stelle berichten.

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