NWZ, 21.08.2018

Prävention gegen Radikalisierung

von eb

Setzen Prävention an Schulen um: Vertreter der Polizei Cloppenburg/Vechta, des Caritas-Sozialwerkes, des Landkreis Cloppenburg und der teilnehmenden Schulen unterzeichnen die Vereinbarung.

Ins Leben gerufen hat das Projekt das Caritas-Sozialwerk. Kooperationspartner sind unter anderem der Landkreis Cloppenburg und die Polizei.

Cloppenburg

Unterschiedliche Meinungen akzeptieren, Position beziehen, argumentieren: Das neue Projekt „Jugendsozialarbeit an Schulen - Respekt Coaches“ des Caritas-Sozialwerkes (CSW) im Landkreis Cloppenburg unterstützt junge Menschen dabei, sich besser gegen religiös begründete Radikalisierung zu wehren. „Der Alltag junger Menschen spielt sich maßgeblich in der Schule ab, deshalb ist die Schule der zentrale Ort, an dem wirksame Präventionsarbeit ansetzt“, sagte Heribert Mählmann, Vorstandsvorsitzender des CSW, kürzlich bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Cloppenburger Kreishaus.

Das niedersächsische Kultusministerium hat die drei Schulen BBS Technik, Oberschule (OBS) Pingel Anton und Johann-Comenius-Oberschule in Cloppenburg für das Projekt vorgeschlagen. Diese wollen nun aktiv mitwirken und haben die gemeinsam abgestimmten Kooperationsvereinbarungen als Grundlage für die Zusammenarbeit unterzeichnet. Zentrale Partner in diesem Projekt sind zudem der Landkreis Cloppenburg als Träger der öffentlichen Jugendhilfe, die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta sowie der Staatsschutz.

Alle drei Schulen sind sich einig darin, dass Extremismus Neuland für sie ist, sie jedoch Schüler frühzeitig stärken wollen. Johannes Bockhorst, Schulleiter der OBS Pingel Anton, betonte: „Wir haben Gott sei Dank an unseren Schulen noch keine Vorfälle gehabt.“ Damit dieses auch so bleibe, „müssen wir bei der Persönlichkeitsstärkung beginnen, so dass sich junge Erwachsene gegen radikale Propaganda wehren können“, ergänzte Marlene Altevers, Schulleiterin der Johann-Comenius-Oberschule Cloppenburg.

Beeindruckt und entschlossen erklärte Ludger Frische, Erster Kreisrat des Landkreises Cloppenburg, die Bereitschaft der Kreisverwaltung, sich in das neue Präventionsprojekt einbringen zu wollen. „Hierbei wird eine neue Säule im Bereich Prävention geschaffen“, sagte er.

Polizeidirektor Walter Sieveke, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, erläuterte: „Nachhaltige Prävention kann nur funktionieren, wenn eine umfassende Präventionsstrategie zum Einsatz kommt, die zusammen mit den Verantwortlichen aller Ebenen entwickelt und umgesetzt wird.“

In diesem Jahr finden die Angebote zunächst in den drei erwähnten Schulen statt, die vom Kultusministerium Niedersachsen vorgeschlagen wurden. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kooperationspartnern eine ganzheitliche Präventionsstrategie zu entwickeln und diese im Landkreis Cloppenburg weiter auszubauen“, sagte Valeria Haupt, Projektmitarbeiterin des CSW.

Jetzt sollen mit allen beteiligten Akteuren gemeinsame Module im Bereich Demokratieförderung und Persönlichkeitsstärkung geplant werden. „Die erprobten Module sollen später möglichst kreisweit eingesetzt werden und – sofern möglich – auch in den normalen Unterrichtsplan einmünden“, formuliert Klaus Karnbrock vom CSW die weitergehende Zielsetzung des Projektes.