NWZ, 17.06.2017

Willkommenskultur fordert Schüler heraus

von Theo Hinrichs

Felix Pollex, Hunar Haydar, Ilias Leno und Maik Miller (v.l.) wurden als Klassenbeste geehrt.
Bild: Theo Hinrichs

Cloppenburg „Wege entstehen beim Gehen.“ Unter diesem Motto hat am Freitag die Abschlussfeier des Jahrgangs 2017 an der Cloppenburger Johann-Comenius-Oberschule gestanden.

Schulleiterin Marlene Altevers begrüßte Schüler, Eltern und Gäste zu der Veranstaltung. Sie machte deutlich, dass jeder Weg auch Stolpersteine aufweise. „Wir suchen immer nach der kürzesten Verbindung zwischen zwei Punkten, einen Weg, der ungefährlich ist und nur geringer Anstrengungen bedarf“, betonte Altevers. Erst wenn man erkenne, dass der gewohnte Weg durch dicke Steine versperrt werde, sei der Mensch bereit, neue Wege zu suchen.

„Habt den Mut, neue Wege zu gehen“, rief sie den Schülern zu. Sie sollten neue Orte suchen und sich von liebgewonnenen Gewohnheiten trennen. Damit das gelinge, bräuchten die Schüler ein spezielles Rüstzeug. Die Lehrer hätten versucht, es ihnen zu vermitteln. Nun käme die Einsicht, dass es an der Zeit sei, sich neu zu orientieren und die Weichen des Lebens zu stellen. Für eine Umsetzung seien kreative Ideen jederzeit gefragt.

Darüber hinaus sei Mut erforderlich, die Trampelpfade der Massen hinter sich zu lassen und den ganz besonderen eigenen Weg zu suchen. Altevers wies auf die Einführung der Ganztagsschule und die Rhythmisierung des Unterrichtes hin. Es werde Vertrauen benötigt, um die Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zähle, Kinder aus Flüchtlingsgebieten in die Klassengemeinschaften zu integrieren und ihnen die nötigen Sprachkenntnisse zu vermitteln.

Aktuell sei die Schule stolz darauf, Wege gefunden zu haben, diese Herausforderungen zu meistern. Ein wichtiges Element sei die Willkommenskultur. Alle Schüler werden an der Schule, unabhängig von ihrem Können und ihren Begabungen willkommengeheißen. Um dies zu schaffen, hatte bereits der Namensgeber der Schule, Johann Comenius (1592 bis 1670), erklärt: „Das wichtigste Stück im Reisegepäck eines Lehrenden ist und bleibt ein fröhliches Herz.“

Auch Cloppenburgs stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Klaus gratulierte den Schülern, die ihr Abschlusszeugnis erhalten hatten. Die Lage am Ausbildungsmarkt sei gut, und alle Bewerber hätten die Chance, einen guten Ausbildungsplatz zu erhalten. Erfreut zeigte sich Klaus über das wachsende Interesse der Schüler an Politik, bevor sie mit den besten Wünschen für die Zukunft schloss.

Anschließend erhielten die Schüler ihre Abgangszeugnisse. Eine besondere Ehrung galt dabei den vier Klassenbesten Felix Pollex, Hunar Haydar, Ilias Leno und Maik Miller. Musikalisch begleitet wurde die Abschlussfeier von der Schulband, die einmal mehr mit ihren Auftritten überzeugte.