NWZ, 11.11.2015

Symbol der Mahnung gegen das Vergessen

Eindrucksvolle Gedenkfeier – Schüler reichen Leuchter weiter

Schülerinnen der Marienschule (links) überreichten den Leuchter an zwei Schüler der Johann-Comenius-Oberschule.

 Bild: Theo Hinrichs

Cloppenburg Zur Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November 1938, die den Beginn der organisierten Judenverfolgung beschreibt, haben sich am Sonntag rund 120 Cloppenburger getroffen. In Kooperation mit der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit des Oldenburger Münsterlandes“ bereitet jeweils eine weiterführende Schule aus Cloppenburg diese jährliche Gedenkfeier vor, bei der ein Leuchter als Symbol der Mahnung gegen das Vergessen weitergereicht wird – in diesem Jahr von Schülern der Marienschule i. k.T. an Jugendliche der Johann-Comenius-Oberschule.

Karl Sieverding, Vertreter der „Christlich-Jüdischen Gemeinschaft im Oldenburger Münsterland“ bedankte sich bei der Marienschule für die würdige Gestaltung der Feier in der St.-Josef-Kirche. In seiner Rede verwies Sieverding auf die Gedenkstätte der Synagoge beim Krankenhaus und erinnerte an das Jahr 1965, als die Leichenhalle auf dem ehemaligen Synagogenplatz errichtet wurde. Im Zuge der Umbauarbeiten habe die Geschäftsleitung des St.-Josefs-Hospitals, so Sieverding, zugesagt, nach dem Abriss der Halle den Synagogenplatz nicht wieder zu bebauen und auch nicht als Parkplatz zu benutzen. Vielmehr solle der Platz der ehemaligen Synagoge gestalterisch in den Gedenkort „Zerstörte Synagoge Cloppenburg“ einbezogen werden.

Cloppenburgs stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Bernhardt verwies in ihrer Ansprache unter anderem auf die Zunahme antisemitischer Straftaten in Deutschland. „Meine Damen und Herren, wir dürfen es nicht hinnehmen, dass Antisemitismus nach wie vor die Köpfe vernebelt und sich in hasserfüllten Taten manifestiert“, so Bernhardt. „Es ist unsere Aufgabe, sogleich einzuschreiten, wenn Minderheiten und Flüchtlinge angefeindet oder angegriffen werden.“