NWZ, 05.03.2014

Jugendliche wollen eigene Ideen umsetzen


Johann-Comenius-Oberschule und Stadt geben Startsignal für „Schülerhaushalt“

Die Schülerinnen und Schüler überlegen sich, wie die 7000 Euro für die Schule verwendet werden könnten. Die Stadt setzt die Vorschläge um.

von Christoph Tapke-Jost



Torsten Meyer (Vordergrund) und Wolfgang Wiese übergaben den Schülern die Unterschriften-Formulare.

Bild: Christoph Tapke-Jost


Cloppenburg Ob eine Sitzbank aus Holz, einen Basketballkorb oder eine Tischtennisplatte: Viele Jugendliche der Cloppenburger Johann-Comenius-Oberschule machen sich schon die ersten Gedanken und entwickeln Vorschläge. 7000 Euro sind im Budget. Jetzt sammeln die Schüler Ideen, was damit angestellt werden soll.

Am Dienstag haben Schulleiterin Marlene Altevers, die Projektpartner von der Roten Schule – Torsten Meyer und Daniela Weinert – sowie Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese das Modellprojekt „Schülerhaushalt“ vorgestellt. In der Schulmensa erklärten sie den Oberschülern, wie die kommenden Wochen bis zur Entscheidungsfindung der einzelnen Gerätschaften gestaltet werden sollen.

Das Konzept des Projekts der Bertelsmann-Stiftung: Die Jugendlichen dürfen selbst entscheiden, wie ein bestimmter Geldbetrag – in diesem Fall 7000 Euro, jeweils zur Hälfte finanziert durch die Stadt und die Schule – für Schulzwecke verwendet werden soll. Jeder Schüler kann einen Vorschlag machen. Damit die Idee angenommen wird, bedarf es fünf Unterschriften von den Mitschülern. Den Vorschlag und die Erklärung, warum diese Idee finanziert werden sollte, notiert der Initiator auf einem Formular.

Gesammelt werden können die Vorschläge vom 10. bis 14. März. Anschließend haben die Schüler eine Woche Zeit, für ihr Wunschobjekt zu werben. Denn danach wird gewählt. Alle Schülerinnen und Schüler bekommen am 26. März die Chance, drei Vorschläge zu wählen. Die Projekte, die am meisten Stimmen enthalten, werden von der Politik im Schulausschuss Schule geprüft und umgesetzt. Mit diesem Projekt sollen Jugendliche ein Gefühl für den politischen Alltag bekommen.

Wiese sagte: „Schüler sollen selber etwas demokratisch in die Wege leiten. Das geht nur über Gemeinschaftsgefühl und Kompromisse. Sie haben die Möglichkeit, zu wählen, wie das Geld ausgegeben wird. Das trainiert sie für später.“ Schulleiterin Marlene Altevers ergänzte: „Die Jugendlichen lernen, zu verstehen, wie in der Politik gearbeitet wird.“